1. Advent 2018 – Predigt zu Matthäus 21, 1-9

Hören wir zunächst auf den Predigtext aus Matthäus 22, 1-9:
1 Als sie nun in die Nähe von Jerusalem kamen, nach Betfage an den
Ölberg, sandte Jesus zwei Jünger voraus
2 und sprach zu ihnen: Geht hin in das Dorf, das vor euch liegt. Und
sogleich werdet ihr eine Eselin ange-bunden finden und ein Füllen bei ihr; bindet sie los und führt sie zu mir!
3 Und wenn euch jemand etwas sagen wird, so sprecht: Der Herr bedarf ihrer.  Sogleich wird er sie euch überlassen.
4 Das geschah aber, auf dass erfüllt würde, was gesagt ist durch den
Propheten, der da spricht (Sacharja 9,9):
5 »Sagt der Tochter Zion: Siehe, dein König kommt zu dir sanftmütig und reitet auf einem Esel und auf einem Füllen, dem Jungen eines Lasttiers.«
6 Die Jünger gingen hin und taten, wie ihnen Jesus befohlen hatte,
7 und brachten die Eselin und das Füllen und legten ihre Kleider
darauf, und er setzte sich darauf.
8 Aber eine sehr große Menge breitete ihre Kleider auf den Weg; andere hieben Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg.
9 Das Volk aber, das ihm voranging und nachfolgte, schrie und sprach: Hosianna dem Sohn Davids! Gelobt sei, der da kommt in dem Namen des Herrn! Hosianna in der Höhe!
10 Und als er in Jerusalem einzog, erregte sich die ganze Stadt und
sprach: Wer ist der?
11 Das Volk aber sprach: Das ist der Prophet Jesus aus Nazareth in
Galiläa.

Liebe Gemeinde,

Jesus zieht ein!

Ho ho ho, da sind wir dabei!
Schnell, schnell lasst uns gehen und …
Mist, wir haben keine Geschenke dabei.

Schnell, schnell –
ein paar Palmzweige gebrochen und auf den Weg gestreut.
Hopp, hopp – die Mäntel auf den Weg gelegt.

Ha, ha, er kann kommen – Hosianna!
Oh, oh, und er kommt wie die Schrift sagt:
auf einem Esel zieht er ein.

Du! Da, der neue König! Hosanna!
Wer? Der Esel?

Nein, du Schwachkopf – der Prophet Jesu!
Kennst du denn das Wort des Propheten Sacharja nicht?
„Du, Tochter Zion, freue dich sehr, und du, Tochter Jerusalem, jauchze! Siehe, dein König kommt zu dir, ein Gerechter und ein Helfer, arm und reitet auf einem Esel, auf einem Füllen der Eselin.“ (Sacharja 9,9)

Ach, so… Hosanna, Hosanna!
Ruft alle mit! Hosanna, Hosanna!

Endlich wird alles gut!
Endlich wieder einen König, ganz nach dem Geschmack Gottes.
Viel mehr noch – ganz nach unserem Geschmack!

Endlich werden die Heilsversprechen wahr.
Endlich einer, der alle Probleme dieser Erde im Handstreich lösen wird. Ein Held, wie aus dem Film geschnitten. Ein Supermann!

A star is born!

So hoffte auch Jochen Klepper, der uns wohlbekannte Liederdichter, als er 1938 in „Der Vater“ schrieb:

„Herr, lass uns wieder einen König sehen,
bevor die Welt die Könige vergisst.
Denn sonst vermögen wir nicht zu verstehen,
nach welchem Maß man deine Ordnung misst.“

Ein Christ und Preuße durch und durch. Das Trauma nach 1914 präsent. Den Nationalsozialismus vor Augen, entwickelt er eine Gegenwelt zum braunen Sumpf und Morast: „… der König unter Gott, ihm unterstellt, in seinem Namen dem Volke dienend.“

Wo stehen die Völker heute?
Worin suchen diese heute ihr Heil?
Auf dem Weg so viele Heilsversprecher.

Wo stehen wir heute?
Worin sehen wir das Heil?

Die Sehnsucht nach dem Erlöser, dem Erlösenden, die Lösung, bei all den komplexen Themen und Problemen, dem unüberschaubaren Berg an Aufgaben, Anforderungen, der Komplexität und Vielschichtigkeit in unserem Dasein.

Hosanna! Ach, Herr, hilf doch!

Komm doch endlich einer, der Ordnung mache in diesem Chaos!
Einer der klare Kante zeigt und aufräumt.
Hosanna!

Und wenn er’s doch nicht richtet?

Dann jagen wir ihn halt zum Teufel.
Vielleicht richtet’s ja der nächste …
Einer wird’s schon richten.
Hosanna, hosanna!

So viele Heilsversprechen. So viel Glanz und Pomp.
So viele Irrlichter.

Und da kommt ER.

Auf einem Esel geritten;
liegt in der Futtergrippe im Viehstall.

Demütig, sanftmütig …

Sieht so der neue starke Mann aus?
Einer der sich durchsetzen wird?
Der auf den Tisch haut und reinen Tisch macht?

Klepper eröffnet uns eine andere Sicht:
Sohn eines Pfarrers – Theologiestudium abgebrochen.
Geheiratet – eine Jüdin, 13 Jahre älter und zwei Kinder im Gepäck.

Aber immerhin – getauft ist sie. Vielleicht schützt ja die Kirche.
Die große Tochter noch rechtzeitig nach England emigriert.

Trotz schriftstellerischem Erfolg und hoher Achtung beim Militär für
sein Werk „Der Vater“ – Berufsverbot.

Zum Kriegsdienst eingezogen – vielleicht hilf ja das.
Vielleicht beschützt dieser Dienst Frau und Tochter?

Nein, als wehrunwürdig aus dem Kriegsdienst entlassen.

Wie kann der nur mit einer Jüdin verheiratet sein und bleiben;
sich zu dieser Jüdin mit den fremden Kindern bekennen.

Die Schlinge zieht sich zu. Die Zwangsscheidung droht.

Einsatz für die Tochter. Einreise in die Schweiz wiederholt abgelehnt. Nach Schweden endlich doch zugesagt.

Ablehnung der Ausreise. Trotz eines Führsprechers durch Adolf Eichmann persönlich abgelehnt.

Die Deportation der geliebten Frau mit Tochter beschlossene Sache. Nein, ich lasse mich von euch nicht trennen.

Bis in den Tod – ich stehe zu euch.
Dann gehen wir gemeinsam in den Tod.

Letzter Eintrag im Tagebuch:
„10. Dezember 1942 –
Nachmittags die Verhandlung auf dem Sicherheitsdienst.
Wir sterben nun, ach, auch das steht bei Gott.
Wir gehen heute Nacht gemeinsam in den Tod.
Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des segnenden  Christus, der um uns ringt. In dessen Anblick endet unser Leben.“

11. Dezember 1942:
Selbstmord der Familie im Schlaf durch Gas.

Der begonnene Abtransport von Frau und Tochter in die Vergasung am kommenden Tag wird erfolglos abgebrochen.

Jochen Klepper:
Der sich bewusst zu Frau und Kinder bekennt und nicht von deren Seite weicht. Der bewusst kein Gesetz bricht, um seine Pflichten zu erfüllen. Und in all dem Erlebten keinen Moment an Christus zweifelt, sondern vielmehr bewusst ins Leiden mitgeht; sich dem nicht entzieht.

Für mich schwere Kost.

Offensichtlich auch für andere:
Klepper – Theologe, Journalist und Schriftsteller, einer der
bedeutendsten Dichter geistlicher Lieder des 20. Jahrhunderts,
der nach Luther und Gerhardt dritthäufigste Autor in unserem evangelischen Gesangbuch. Und trotzdem – im Gegensatz zu Bonhoeffer nicht im Evangelischen Namenskalender zu finden.

Klepper – der Antiheld.

Einer der Jesu Leben und Worte ernst genommen hat.
In übertragenem Sinn auch auf einem Esel geritten ist.
Vielleicht aber auch der Esel selbst war.

Und wo stehe ich?
Am Wegesrand nach Jerusalem?
Hosanna, Hosanna!?

Die Nacht ist vorgedrungen:

1) Die Nacht ist vorgedrungen,
der Tag ist nicht mehr fern!
So sei nun Lob gesungen
dem hellen Morgenstern!
Auch wer zur Nacht geweinet,
der stimme froh mit ein.
Der Morgenstern bescheinet
auch deine Angst und Pein.

2) Dem alle Engel dienen,
wird nun ein Kind und Knecht.
Gott selber ist erschienen
zur Sühne für sein Recht.
Wer schuldig ist auf Erden,
verhüll nicht mehr sein Haupt.
Er soll errettet werden,
wenn er dem Kinde glaubt.

3) Die Nacht ist schon im Schwinden,
macht euch zum Stalle auf!
Ihr sollt das Heil dort finden,
das aller Zeiten Lauf
von Anfang an verkündet,
seit eure Schuld geschah.
Nun hat sich euch verbündet,
den Gott selbst ausersah.

4) Noch manche Nacht wird fallen
auf Menschenleid und -schuld.
Doch wandert nun mit allen
der Stern der Gotteshuld.
Beglänzt von seinem Lichte,
hält euch kein Dunkel mehr,
von Gottes Angesichte
kam euch die Rettung her.

5) Gott will im Dunkel wohnen
und hat es doch erhellt.
Als wollte er belohnen,
so richtet er die Welt.
Der sich den Erdkreis baute,
der lässt den Sünder nicht.
Wer hier dem Sohn vertraute,
kommt dort aus dem Gericht.

Amen

„Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre
eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“ (Phil. 4, 7)

Andreas Ponto, 2018-12-02

Flaschenpost – Impuls zu 1. Mose 4, 9 – Wer ist mein Bruder?

Da sprach der HERR zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel?
Er sprach: Ich weiß nicht; soll ich meines Bruders Hüter sein?

1. Mose 4,9

Flaschenpost

Auf einem der Fischzüge mit ihrem EU-Supertrawler vor der Westküste Afrikas im Jahr 2020 war es wieder soweit: das berstend volle Schleppnetz wurde eingeholt. Gerade noch rechtzeitig konnte Pablo die zwischen all den Fischen auf dem Fließband liegende Flasche herausangeln. Schnell war klar: die Flasche war verschlossen und ein Zettel lag darin.  Er nahm die Flasche zu sich und brachte sie nach Schichtende zum Kapitän. Dieser öffnete die Flaschenpost und holte den Zettel heraus. Darauf stand:
„Seit Jahrhunderten fangen wir an unseren Küsten Fisch. Nun sind die Meere leer. Seit Jahrhunderten wohnen wir hier an der Küste. Nun versinken unsere Häuser im nassen Sand.“

Im Sommerurlaub 2024 fand Lea beim spielen am Strand von Italien eine Flaschenpost und brachte den Fund freudestrahlend ihrer Mutter.  Erwartungsvoll öffneten sie zusammen die Post und die Mutter las vor:
„Mit unserem Flüchtlingsboot durften wir in Europa nicht anlanden. In Seenot gekommen, wurden wir von der libyschen Marine gerettet und zurück nach Afrika gebracht.“

Auf meiner lang ersehnten Wüstentour im Jahr 2026 sah ich im heißen Wüstensand eine Flasche glitzern. Wie ein Brennglas hat sie mich geblendet.  Darum habe ich sie aufgehoben und war erstaunt darin einen Zettel zu finden. Neugierig habe ich diesen herausgeholt und gelesen:
„Mein Meer war leer,
mein Strand versunken,
Europa abgeriegelt,
die Wüste zu trocken.“

© aponto / 28.07.2018

Gebetsvorschlag zum Psalmgebet 69

Psalm 69 – Sei mir nahe, denn mir ist angst

Gott, hilf mir!
Denn das Wasser geht mir bis an die Kehle.

Ich versinke in tiefem Schlamm,
wo kein Grund ist;

ich bin in tiefe Wasser geraten,
und die Flut will mich ersäufen.

Ich habe mich müde geschrien,
mein Hals ist heiser.

Meine Augen sind trübe geworden,
weil ich so lange harren muss auf meinen Gott.

Ich aber bete zu dir, Herr, zur Zeit der Gnade;
Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe.

Errette mich aus dem Schlamm,
dass ich nicht versinke,

dass ich errettet werde vor denen, die mich hassen,
und aus den tiefen Wassern;


dass mich die Flut nicht ersäufe und die Tiefe nicht verschlinge
und das Loch des Brunnens sich nicht über mir schließe.

Erhöre mich, Herr, denn deine Güte ist tröstlich;
wende dich zu mir nach deiner großen Barmherzigkeit

und verbirg dein Angesicht nicht vor deinem Knechte,
denn mir ist angst; erhöre mich eilends.

Nahe dich zu meiner Seele und erlöse sie,
Gott, deine Hilfe schütze mich!

(Psalm 69,2-4.14-19a.30b)

Ehr sei dem Vater …

Gott – wo bist du?

Vater im Himmel – wo tröstest du?
Sohn Gottes – wo errettest du?
Heiliger Geist – wo bist du?

Gott – wo bist du?

Belebe uns neu – Heiliger Geist!
Sei mitten unter uns – Sohn Gottes!
Erbarme dich unser – Vater im Himmel!


Gott – da bist du!

Heiliger Geist – in uns.
Sohn Gottes – unter uns.
Vater im Himmel – mit uns.


Gott – sprich du jetzt zu uns!

In der Stille beten wir weiter und bringen vor Gott, was uns bewegt:

HERR, du hörst und erhörst Gebet.
Amen

Stille

Belebter Marktplatz – Wochenmarkt.
Pulsierendes Leben der Kleinstadt des Südens.
Hupende Autos, flinke Vespas, eifrige Händler:
„Frischer Fisch!“ – „Knackiges Gemüse!“ – „Duftende Gewürze!“

Schöne Frauen, stolze Männer, tobende Kinder,
schmunzelnde Alte auf Bänken,
Boul spielende Männer unter schattigen Bäumen –
unbekümmertes, farbenprächtiges Leben des Südens.

Ich trete heraus – hinein in die Frische der Kirche am Platz,
suche meinen Platz in der Bank.
Erfüllt vom flimmernden Leben schließe ich meine Augen.
Du und ich – Stille.

© aponto / 28.07.2018

Predigt zu Joh. 4, 46-54

Joh. 4, 46-54 – Heilung des Sohnes eines königlichen Beamten

46 Und Jesus kam abermals nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war ein Mann im Dienst des Königs;
dessen Sohn lag krank in Kapernaum. 47 Dieser hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen war, und ging hin zu ihm und bat ihn,
herabzukommen und seinen Sohn zu heilen; denn der war todkrank. 48 Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht,
so glaubt ihr nicht.
49 Der königliche Beamte sprach zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt! 50 Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Der Mann
glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin. 51 Und während er noch hinabging, begegneten ihm seine Knechte und sagten:
Dein Kind lebt. 52 Da fragte er sie nach der Stunde, in der es besser mit ihm geworden war. Und sie antworteten ihm: Gestern um die siebente
Stunde verließ ihn das Fieber. 53 Da merkte der Vater, dass es zu der Stunde war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er
glaubte mit seinem ganzen Hause. 54 Das ist nun das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam.

Liebe Gemeinde,

die Liebe:
Zwei Menschen sind sich zugetan, lernen sich kennen. Man öffnet sich dem Gegenüber, wird persönlich, vertraut und zugleich so verletzlich.  Man gibt von sich preis und vertraut. Man empfängt. Ein sehr fragiles Gebilde entsteht. Eine Partnerschaft, die einmal durch dick und dünn gehen soll, entsteht. Eine Partnerschaft fürs Leben. Schließlich gehen daraus Kinder hervor. Für mich als Vater der größte Schatz, den so eine Partnerschaft, so eine gewachsene Liebe, hervorbringen kann. Das eigene und das gemeinsame Fleisch und Blut. Das Gemeinsame, das Wertvollste und Wunderbarste.
Ein Wunder Gottes!

Plötzlich kommt dieser Schatz, die Hoffnung, die Zukunft in Gefahr. Alles droht zusammenzubrechen. Alles ist in Gefahr! Alle Warnlampen auf Rot! Der Boden wankt unter den Füßen. Verzweiflung pur! Nackte Angst! Alles, die gesamte Existenz, alles was einem Freude und Glück bereitet, alle Hoffnung, alle Zukunft für die es sich zu Leben lohnt, droht ins Bodenlose gerissen zu werden. Der Tod droht in seiner unerbittlichen Art dieses Geschenk Gottes schon vor der Zeit aus dem Leben zu nehmen, den glücklichen Eltern aus den Händen zu reißen!

Vielleicht ist das der Grund, warum Johannes in dieser Erzählung vom Wunder der Fernheilung aus dem Knechten des Hauptmann, wie bei Lukas geschrieben ist, das eigene Kind des Beamten, den Sohn, werden hat lassen. Um das Zeichen, den Hinweis auf Jesus Christus noch deutlicher und markanter hervortreten zu lassen.

In seiner eigenen Weise hat Johannes dieses Wunder weitererzählt und für Suchende und Glaubende gleichermaßen erschlossen.
Wunder als Zeichen, als Hinweis auf etwas viel Größeres. Wunder nicht als Selbstzweck!

Was die eigenen Leute von Jesus nicht erkannt hatten. Dieser römische Beamte, dem war das in seiner Verzweiflung sonnenklar und alle gesellschaftlichen Barrieren waren für ihn einfach nicht existent. Jesus ist hier nicht in Kapernaum, sondern im rund 30 Km entfernten Kana soll er sein. Und der Beamte schickt nicht seine Knechte Jesus zu holen, nein er macht sich als Vater selbst auf den Weg, hin zu Jesus.

Wie hin- und hergerissen muss er sein. Was, wenn das Kind während der zweitägigen Abwesenheit stirbt? Was hilfts! Ich muss zu ihm gehen und ihn holen! Nur dieser Jesus kann jetzt noch helfen.

Johannes sagt im Anfang seines Evangeliums:
Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen.

Und im Selbstzeugnis Jesu heißt es bei Johannes, Kapitel 8:
Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern das Licht des Lebens haben.

Johannes schreibt sein Evangelium in dem Bestreben, Menschen in der Nachfolge Jesu, im Glauben, den Zugang zum Licht des Lebens und damit zum Reich Gottes zu eröffnen.

Als der Beamte Jesus schließlich in dem Bergdorf findet, bittet er ihn, hinunter an den See Genezareth nach Kapernaum zu kommen, um dem todkranken Sohn zu helfen. Wir erleben, dass Glaube mit Vertrauen beginnt: Der Vater vertraut allein Jesus in seiner Sorge um seinem sterbenden Sohn die Heilung zu. In seiner Not und Angst wird Jesus seine Hoffnung.

Falls Jesus an dieser Stelle wirklich gesagt haben sollte, dass Menschen zum Glauben Zeichen und Wunder brauchen, kann er nicht diesen Vater gemeint haben. Er kam voller Vertrauen zu ihm. Was Jesus bei ihm sicher schon gespürt hat, wird in der Antwort des Vaters ganz deutlich:  „Herr, komm, ehe mein Kind stirbt!“ Er ist voller Vertrauen, dass Jesus seinen Sohn heilen kann. Und die eigentliche Geschichte ist damit schon fast erzählt. In zwei drei Sätzen ist vermeintlich alles gesagt.

„Geh hin, dein Sohn lebt!“, sagt Jesus, und das Vertrauen des Vaters wandelt sich in Glauben. Er glaubt und geht zurück. Auf dem Heimweg kommen ihm seine Knechte mit der Botschaft entgegen: „Dein Sohn lebt!“ Auf Nachfragen erfährt er von ihnen, dass die
Besserung zeitgleich mit der Ansage Jesu eingetreten ist. Sein Vertrauen in Jesus erfährt Bestätigung, und es entsteht ein tiefer Glaube an Jesus. Dieser Glaube erfasst seine ganze Existenz und gewinnt so sehr an Kraft, dass sein ganzes Haus davon erfasst wird.

Johannes zeigt uns in dieser Geschichte die Entstehung eines tiefen und starken Glaubens, der aus einem sicheren und zuversichtlichen
Vertrauen durch das Zeichen der Liebe Gottes in der Tat Jesu wächst.

Der Neutestamentler Söding macht darauf aufmerksam, dass Wunder bei Johannes „Zeichen“ genannt werden, weil dieser sie dem Offenbarungsauftrag Jesu zuordnet.

Den Grund der Offenbarung Gottes durch Jesus beschreibt Johannes in seiner Vorrede des Evangelium durch ein Bild: der einziggeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist: Er ist Verkündiger der Herrlichkeit Gottes. Wunder Jesu als Zeichen der Herrlichkeit Gottes in der Weite der Offenbarung Jesu. Das hat mit wahrer Tiefe des Glaubens zu tun und mit der Einsicht in die Offenbarung Jesu.

Söding schreibt dazu: „Die Wunder Jesu wecken den Glauben – der oberflächlich bleibt, wenn er die Wunder nur als Wunder sieht,
und in die Tiefe geht, wenn er sie als Zeichen zu lesen versteht.“

Den königlichen Beamten bringt die Liebe zu seinem Kind auf den Weg zu Jesus. Das irdische Glück der väterlichen Liebe ist durch den Tod bedroht, aber seine Liebe gewinnt eine neue Dimension durch die Liebe Gottes. Im Zeichen der Wunderheilung durch Jesus wird dieses Geschehen für ihn erlebbar – und gleichzeitig wächst auch sein Glaube und entzündet den Glauben in seinem ganzen Haus.

Wie ist es mit unserem Glauben bestellt?
Wo hat er seinen Grund?
Durch welche Zeichen der Liebe Gottes in unserem Leben hat er an Tiefe gewonnen?

Andere Fragen können aber auch sein:
Wann und wo hat unser Vertrauen zu Gott gelitten?
Wo haben sich Zweifel an der Liebe Gottes gemeldet?
Wo haben wir angefangen, über angebliche Ungerechtigkeiten Gottes nachzudenken?

Vielleicht müssen wir uns auch Fragen stellen wie:
Wann hast du aufgehört, auf Gottes Zeichen und Spuren in deinem Leben zu achten?
Wann hast du aufgehört, auf deinen inneren Frieden zu achten?
Wann hast du aufgehört, dich zu lieben?
Wann hast du aufgehört, dir zu vertrauen?

Hin und wieder werden wir von Bekannten oder Freunden in Gespräche über Gott, die Welt und die Kirche gezogen. Vielleicht kennen wir solche Gespräche, in denen Menschen auf diese Weise nach unserem Glauben fragen, weil sie selbst starke Glaubenszweifel haben oder ihnen ihr Glaube ganz abhanden gekommen ist.

Schnell wird man mit Behauptungen über das Versagen der Kirchen und die Ungerechtigkeit Gottes konfrontiert und bald auch mit der Aussage, dass es Gott nicht geben könne, wenn die Welt so aussieht, wie sie aussieht.

Der eigene Glaube wird dabei schonungslos auf die Probe gestellt. Das Schwierige dabei ist: Man kann den Glauben nicht beweisen oder mit Argumenten verteidigen. Man kann auch sein Herz nicht heraushalten. Schnell bekommt man zu spüren: der Glaube ist eine persönliche, sehr intime Angelegenheit.

Man muss sich bekennen – auch zu manchem, was einem vielleicht unangenehm ist: zu eigenem Versagen, eigenen Zweifeln, zu eigener
Ungerechtigkeit, eigener Schuld. Das ist keine Schande in einem offenen und ehrlichen Gespräch, und es führt meist zu Nachdenklichkeit beim Gegenüber. Wenn man dann davon sprechen kann, dass man die eigenen Unzulänglichkeiten aushalten kann, weil es einen gibt, der trotz allem Ja zu einem selbst sagt, kann es eine Wendung im Gespräch geben.

Vielleicht können wir davon sprechen, dass sich Glaube an Gott aus Vertrauen entwickeln kann. Die Geschichte vom königlichen Beamten und seinem großen Vertrauen zu Jesus erzählt davon.

Von Vertrauen und Liebe zeugen. Und auch vom Scheitern menschlicher Bemühungen in diesen Bereichen reden.
Gottes Hilfe bekennen, dass er mich mit seinem Ja zu mir nicht im Scheitern versinken lässt, sondern mich hält und mir hilft.

Für Menschen ist es gut, dass es christliche Kirchen gibt, die das Evangelium weitergeben und vom Glauben erzählen. Der Religions-
und Konfirmandenunterricht kann nur eine erste Grundlage für Heranwachsende sein. Die Weitergabe von Glauben allein durch
Hörensagen reicht nicht aus.

Mit Glauben im Sinn von „für richtig halten“ bewältigen wir unser tägliches Leben in der realen Welt. In den Grenzsituationen unseres
Lebens trägt das nicht mehr.

Es ist viel mehr nötig: seelische Kraft. Wenn wir einen vertrauensvollen Zugang zu Gott gewinnen und uns in seiner Liebe sicher und geborgen fühlen, dann werden wir, wie es im Psalm heißt (Psalm 18,30), mit unserem Gott über Mauern springen können.

Glaube, Liebe und Vertrauen wachsen, wenn sie gelebt werden und davon gezeugt wird.

Amen

 

Andreas Ponto, 2017-01-22
Es gilt das gesprochene Wort.
Verwendete Vorlage: Predigt zu Johannes 4:46-54 von http://www.theologie.uzh.ch/predigten/

Vision: Der Staat Europa

Unter dem Eindruck der aktuellen politischen Großwetterlage und Gabriels Reaktion auf Trump „Wir müssen uns warm anziehen“,
habe ich folgendes an Gabriel geschrieben:


Guten Tag Herr Gabriel,

bitte tun Sie alles dafür, dass endlich der Staat Europa als neues Mitglied der EU entsteht.
Fangen Sie mit Frankreich und Deutschland und wer von den Gründungsstaaten noch dazu möchte an.
Die anderen Staaten werden von alleine kommen.

Die neuen Bundesländer wären Frankreich und Deutschland.
Die seitherigen Bundesländer sind nach dem französischen Prinzip in Departments umzugestalten.
Dadurch werden mehr als genug Resourcen für die neue Bundesregierung frei.

Tun Sie es nicht als naive Utopie ab, ergreifen Sie es als Vision, die lieber heute als morgen umgesetzt werden muss.
Ansonsten sieht es für die EU und damit für Deutschland in naher Zukunft düster aus.

Das was in den USA und der Türkei passiert, ist ein deutliches Zeichen wohin die Reise geht.

Die EU zerlegt sich dabei und die USA wird das unter Trump befördern.
Die neuen Blöcke USA, Russland und China werden uns und damit die Demokratie, wie wir diese kennen, zermalmen.

Deutschland alleine hat in dieser neuen Weltordnung keinen Platz mehr.
Nehmen Sie mit Schulz zusammen die Ruder in die Hand und die CDU unbedingt mit ins Boot.

Wo ein Wille ist, ist ein Weg.

FG
Andreas Ponto“

Predigt Mt 5, 13-16

Predigttext aus Mt 5, 13-16:
„Ihr seid das Salz der Erde. Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.
Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter;
so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

Liebe Gemeinde,

wie geht es Ihnen, wenn Sie diese Sätze hören?
Angesprochen oder eher nicht?
Was sind diese Worte für Sie? Zuspruch, Aufmunterung?
Anspruch oder übersteigerter Anspruch?
Selbstverständnis!?
Ehre, Erwählung!?!
Berufung, Sendungsbewusstsein, Missionsauftrag?!

In der Folge des Kirchentages habe ich einige Kommentare von beurteilenden Christen gelesen und gehört, die zusammengefasst für mich in etwa so lauteten:
Die Evangelische Landeskirche ist keine missionierende Kirche mehr.
Zum Glück gab es den Christustag auf dem Kirchentag, da wurde Christus wenigstens noch verkündigt. Der Kirchentag dagegen ist eher ein gesellschaftspolitisches Ereignis.

Auf der anderen Seite werden aus der zunehmend säkularen Gesellschaft Angriffe wie folgende laut:
Wollt ihr Christen denn etwas Besseres sein? Mit welchem Anspruch tretet ihr denn auf? Kümmert euch doch erst mal um eure Schulen und Heime, dass dort alles mit rechten Dingen zugeht. Und überhaupt, mit welchem Recht bekommt ihr so viel Geld vom Staat?

Aus dem Kreis mancher Teilnehmer des Kirchentages habe ich aber auch ganz andere Botschaften wahrgenommen. Strahlende Gesichter, ergriffene Herzen, bewegte und aufgewühlte Gemüter. Glaubenslicht, das neu und kräftig strahlt, das Herzen und Menschen bewegt.
Gewonnene Eindrücke und Einsichten, die das künftige Leben mit und aus Christus bestimmen.

Verbunden mit dem heutigen Predigttext höre und lese ich viele steile Ansprüche, die Christen für sich reklamieren.
Wir Christen sind das Licht der Welt und das Salz der Erde. Ohne uns fehlt etwas in der Welt. Ohne uns ist die Welt trostlos. Die Welt braucht uns! Selbstverständlich kommt dann immer noch der Zusatz hinzu – aus Christus!

Ich möchte eine Frage stellen. Braucht Christus uns? Ist er auf uns und unsere Kirche angewiesen? Geht ohne uns nichts?!

Matthäus hat schon lange eine Antwort darauf gegeben. In Mt 3 sagt Johannes der Täufer zu denen, die sich von ihm Taufen lassen:
„Denkt nur nicht, dass ihr bei euch sagen könntet: Wir haben Abraham zum Vater. Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken.“

Das sind harte Worte, aber was meint Matthäus damit? Ich möchte später darauf zurück kommen.

Unserem heutigen Predigttext gehen ganz elementare Worte voraus und er ist der Zielpunkt dieser. Ich möchte diese uns als kleine Meditation vorlesen:
„..Jesus tat seinen Mund auf, lehrte sie und sprach:
Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, …“

Die neun Seligpreisungen. Unser Predigttext ist der Ziel und Höhepunkt dieser Seligpreisungen.

„Ihr seid das Salz der Erde. …“
„Ihr seid das Licht der Welt. …“

Wenn ich diese Worte in den Zusammenhang bringe und als Ganzes auf mich wirken lasse, so kann ich nicht erkennen, wo hier ein Statusrecht festgemacht werden kann. Wir die Christen? Wir die christliche Kirche?

Für Matthäus ist hier aber vielmehr ein unauflöslicher Zusammenhang zwischen Sein und Tun.

Damit wir uns nicht falsch verstehen. Gottes Liebe, Gnade und Heil ist unverdient. Keiner kann sich durch Werke Heil schaffen.

Theologisch gesprochen, könnte man auch sagen:
„Der (Heils-) Indikativ steht vor dem (Heils-)Imperativ. Damit ist gemeint, dass der Mensch nicht deshalb vor Gott als »gerecht« gilt, weil er der Aufforderung nachkommt, bestimmte Gebote zu erfüllen (= Imperativ, von lat. imperare: befehlen), sondern weil er bereits vor allem Tun – durch Gottes Gnade – als gerecht gilt (= Indikativ, von lat. indicare: anzeigen). Gleichwohl erwächst aus der Rechtfertigung (Indikativ) die Bereitschaft zum Tun des Guten (Imperativ).“ (Quelle)

Allein durch Gottes Gnade sind wir Kinder Gottes, dem Tod entrissen und gerechtfertigt vor Gott.

Aber für Matthäus ergibt sich daraus für Gemeinde und Kirche eine klare und eindeutige Konsequenz. Das Leben in und aus Christus, woraus ein klarer ethischer Anspruch an Christen erwächst. Die sogenannte bessere Gerechtigkeit.

Und so fragt dann analog zu Johannes wenig später auch Jesus als er auf seine Familie angesprochen wird:
„Er antwortete aber und sprach …: Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder? Und er streckte die Hand aus über seine Jünger und sprach: Siehe da, das ist meine Mutter und das sind meine Brüder! Denn wer den Willen tut meines Vaters im Himmel, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter. „

Ich möchte es so formulieren:
Christ sein ist kein Status, sondern ständiger Auftrag von Christus!
Kirche Christi sein ist primär keine definierte Institution, sondern lebendige Gemeinschaft in Christus mit Schwester und Bruder!

Nun komme ich auf die Eingangs berichteten Reaktionen und Kommentare zum diesjährigen Kirchentag zurück.

Wenn evangelikale oder bibeltreue Christen uns landeskirchlich verfassten Christen das rechte Christsein absprechen, schreckt mich das wenig. Wenn diese der Kirche vorwerfen, dass sie zu wenig missionarisch unterwegs ist und sich stattdessen zu sehr gesellschaftspolitisch profiliert, interessiert mich das ebenfalls herzlich wenig.

Wenn aber unsere zunehmend säkulare europäische Gesellschaft feststellt, dass der christliche Glaube in den ethischen und
gesellschaftspolitischen Diskurs nichts mehr einzubringen vermag und auch kein leuchtendes Beispiel mehr darstellt, dann komme ich ins ernsthafte Nachdenken.

Das ist für mich, sollte sie berechtigt und begründet sein, Kritik, die ernst zu nehmen ist.

Denn ich habe vorhin zwischen den Seligpreisungen und unserem Predigttext eine Stelle ausgelassen, die jetzt zum Zug kommt:
„Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie damit lügen. „

Und in unserem Predigttext lesen wir:
„… wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen? Es ist zu nichts mehr nütze, als dass man es wegschüttet und lässt es von den Leuten zertreten.“
„… Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein.
Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es allen, die im Hause sind. So lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen. „

Liebe Gemeinde,
das muss uns aus meiner Sicht als Christen und christliche Kirche ernste Mahnung und ständiger Prüfstein sein.

Lassen wir uns nicht mit exklusiven Scharfmachern und radikalen Fundamentalisten, die spalten und abgrenzen, ein. Ich persönlich wehre mich dagegen, dass unsere Kirche sich zu sehr mit diesen konservativen Kräften innerhalb und am Rande unserer Kirche abgibt.

Ein kritischer Dialog, mit klarer Kante – ja. Aber kein Kuschelkurs! Hier ein entschiedenes Nein!

Denn sie macht sich selbst damit, und aus meiner Sicht auch völlig zu Recht, für den Großteil der Gesellschaft suspekt und fragwürdig.

Prüfen wir vielmehr immer wieder neu, ob wir im Sinn der Bergpredigt Salz der Erde und Licht der Welt sind. Christus ist gekommen zum Heil möglichst aller, unabhängig von Herkunft und Status.

Darum gilt auch der Ziel- und Fluchtpunkt des MtEv in Mt 28, 16-20
„Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu und sprach zu ihnen: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.“

Dieses hier angesprochene Taufen und Lehren erfolgt nach meiner tiefen Überzeugung nicht durch heilsexklusive Ansprüche und hochgehaltenem Staus wie, „Wir Christen hier drinnen und ihr Heiden dort draußen“, sondern allein dadurch, dass wir Salz der Erde und Licht der Welt, also integraler Bestandteil und elementarer Beitrag aus Christus in und für diese Welt sind.

Mit Paulus könnte man daher auch noch sinngemäß aus 1. Kor 9 einwerfen: Dem Jude ein Jude, dem Griechen ein Grieche, .. !

Dann kann Christus uns in dieser Welt gebrauchen und sein Reich verwirklichen.

Amen

Andreas Ponto, 2015-07-26 – Es gilt das gesprochene Wort