Rechtfertigung allein durch den Glauben

Tageslosung, 2. September 2019 – Lindigkeit

Wem ich gnädig bin, dem bin ich gnädig, und wessen ich mich erbarme, dessen erbarme ich mich.
2. Mose 33,19

Da ist kein Unterschied: Alle haben ja gesündigt … und die Herrlichkeit Gottes verspielt. Gerecht gemacht werden sie ohne Verdienst aus seiner Gnade …
Römer 3,22-24

Heute bin ich an dieser Aussage hängen geblieben:
„Da ist kein Unterschied.“

Worauf bezieht sich diese Aussage?

Rechtfertigung allein durch den Glauben

Und ich habe an der Bibelstelle nachgelesen und gefunden:
„Denn es ist hier kein Unterschied: …“

Was möchte Paulus begründen, war meine nächste Frage.
„Die Rechtfertigung allein durch den Glauben“, finde ich als Überschrift.

Und nun bin ich doch an den Anfang von Römer 3 gesprungen und lese das Kapitel komplett durch.

Kennen Sie Jesus?

Bei Vers 27 „Wo bleibt nun das Rühmen? Es ist ausgeschlossen. Durch welches Gesetz? Durch das Gesetz der Werke?“, fallen mir die Leute von werde-licht ein, die seit August in der Fußgängerzone laut und aufdringlich missionieren. Megafone, Mikrofone, Infostände, Plakate in schreienden Großbuchstaben, Menschen, die, so empfinde ich das, aufdringlich mit der Frage auf dich zukommen: „Kennen Sie Jesus?“

Mir ist das unangenehm. Die ausgesprochenen Drohungen der dort auftretenden Endzeit-Prediger empfinde ich als unangebracht. Welche Motivation soll da bei den Hörenden geweckt werden?

„Kennen Sie Jesus?“ Jetzt bin ich also auch dran. „Ja“ antworte ich kurz, winke freundlich ab und gehe schnell weiter.

Wie mit solchen umgehen?

Mich beschäftigt das seither immer wieder und heute ist mir diese Erfahrung beim Lesen dieses Kapitels wieder in den Sinn gekommen.
Wie mit solchen umgehen?

Das Bild vom Christsein, das hier auf der Straße von einer Minderheit auf fast schon brachiale Art und Weise auf die Gesellschaft losgelassen wird, ist für mich beängstigend.

Eure Lindigkeit lasset kund sein

„Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen! der Herr ist nahe!“ (Pil. 4, 5), schießt es mir durch den Kopf. Und da merkt man dann auch mein Alter an, da ich mit dieser 1912er Luther-Übersetzung aufgewachsen bin.

So möchte ich gerne meinem Glauben bezeugen und weitergeben. Gegen jederman.
„Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen! der Herr ist nahe!“ Das gefällt mir gut.

„Eure Lindigkeit lasset kund sein allen Menschen! der Herr ist nahe!“, scheint mir auch die passende Erwiderung an alle eifrigen JüngerInnen, unter derem Eifer die Frohe Botschaft zur Drohbotschaft wird.

Und ich lese in der aktuellen Übersetzung (Philipper 4):

Mahnung zur Einigkeit und zur Freude im Herrn

1 Also, meine lieben Brüder und Schwestern, nach denen ich mich sehne, meine Freude und meine Krone, steht fest in dem Herrn, ihr Lieben.
2 Evodia ermahne ich und Syntyche ermahne ich, dass sie eines Sinnes seien in dem Herrn.
3 Ja, ich bitte auch dich, mein treuer Gefährte, steh ihnen bei; sie haben mit mir für das Evangelium gekämpft, zusammen mit Klemens und meinen andern Mitarbeitern, deren Namen im Buch des Lebens stehen.
Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!
Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe!
Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden!
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, wird eure Herzen und Sinne in Christus Jesus bewahren.
8 Weiter, Brüder und Schwestern: Was wahrhaftig ist, was ehrbar, was gerecht, was rein, was liebenswert, was einen guten Ruf hat, sei es eine Tugend, sei es ein Lob – darauf seid bedacht!
9 Was ihr gelernt und empfangen und gehört und gesehen habt an mir, das tut; so wird der Gott des Friedens mit euch sein.

Dank für die Gabe der Gemeinde

10 Ich bin aber hocherfreut in dem Herrn, dass ihr wieder eifrig geworden seid, für mich zu sorgen; ihr wart zwar immer darauf bedacht, aber die Zeit hat’s nicht zugelassen.
11 Ich sage das nicht, weil ich Mangel leide; denn ich habe gelernt, mir genügen zu lassen, wie’s mir auch geht.
12 Ich kann niedrig sein und kann hoch sein; mir ist alles und jedes vertraut: beides, satt sein und hungern, beides, Überfluss haben und Mangel leiden;
13 ich vermag alles durch den, der mich mächtig macht.
14 Doch ihr habt wohl daran getan, dass ihr meine Bedrängnis geteilt habt.
15 Denn ihr Philipper wisst auch, dass am Anfang meiner Predigt des Evangeliums, als ich auszog aus Makedonien, keine Gemeinde mit mir Gemeinschaft gehabt hat im Geben und Nehmen als ihr allein.
16 Denn auch nach Thessalonich habt ihr etwas gesandt für meinen Bedarf, einmal und danach noch einmal.
17 Nicht, dass ich das Geschenk suche, sondern ich suche die Frucht, damit sie euch reichlich angerechnet wird.
18 Ich habe aber alles erhalten und habe Überfluss. Ich habe in Fülle, nachdem ich durch Epaphroditus empfangen habe, was von euch gekommen ist: ein lieblicher Geruch, ein angenehmes Opfer, Gott gefällig.
19 Mein Gott aber wird all eurem Mangel abhelfen nach seinem Reichtum in Herrlichkeit in Christus Jesus.
20 Gott aber, unserm Vater, sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

Grüße und Segenswunsch

21 Grüßt alle Heiligen in Christus Jesus. Es grüßen euch die Brüder, die bei mir sind.
22 Es grüßen euch alle Heiligen, besonders aber die aus dem Haus des Kaisers.
23 Die Gnade des Herrn Jesus Christus sei mit eurem Geist!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.