Höhle

Tageslosung, 23. Dezember 2020 – Morgenlied

Ich liege und schlafe und erwache; denn der HERR hält mich. Ps 3, 6

Wahrlich, ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen. Mk 10, 15

Großes Vertrauen spricht aus diesem Losungstext. Der Psalm aus dem dieser Vers stammt ist überschrieben mit: Morgenlied in böser Zeit.

König David muss vor seinem eigenen Sohn fliehen. Diesr trachtet nach seinem Leben, möchte gewaltsam die Thronfolge an sich ziehen, sich so des in seinen Augen schwachen und unfähigen Vaters entledigen.

David weicht zunächst durch Flucht aus, sammelt seine Verbündete, wartet ab, bis der Augenblick günstig ist und sichert sich schließlich die Herrschaft, ohne selbst Hand an seinen Sohn zu legen.

Der Unterschied zwischen den beiden Kontrahenten ist: Absalom möchte das in seinen Augen Richtige tun und scheut dabei nicht vor Greueltaten, eigener Ungerechtigkeit zurück.

David tut was notwendig ist, möchte dabei aber seinen bereits einmal wegen Mordes verstoßenen und dann doch wieder begnadigten Sohn trotz dieser erneuten Ungeheuerlichkeit schonen.

Dieser Psalm 3 nun besingt in größter Not, im von den engsten Menschen Verlassen-Sein, in übermächtiger Bedrängnis: „Ich liege und schlafe und erwache“.

Dies aber nicht grundlos und ohne Anhalt, sondern aus einem tiefen Vertrauen heraus zu Gott, als dem eigenen HERRN: „denn der HERR hält mich“.

Hier besteht eine tiefe und gefestigte Beziehung zu Gott. Gott als der HERR über mich und mein Leben.

Darin findet dann Platz, was man selbst tun muss und kann, aber auch, was man Gott als dem HERRN überlässt zu tun. Ob und was dieser tut und wie.

So kann in der größten Kummerhöhle Ausruhen, Schlaf und Erwachen Einzug halten, weil Gott mein HERR und mein Lied geworden ist.

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